Expedition Kanelbullar: Jämtländische Gastfreundschaft

Nach den Herausforderungen im Lierne Nationalpark ist unser weiterer Weg einfach und geradlinig. Für einige Tage geht es fast durchgehend über Schotterstraßen in Richtung Åre. Auch wenn uns die Monotonie der schier endlosen Forststraßen und geplagte Füße belasten, so wird etwas ganz Anderes für diesen Wegabschnitt in Erinnerung bleiben: die unglaubliche Gastfreundschaft der Jämtländer.

Valsjöbyn nach Åre, 30. September bis 7. Oktober

Während am Kungsleden Wanderer in großer Zahl unterwegs sind, sind in diesem Teil von Jämtland selten Leute mit großen Rucksäcken zu sehen. Tatsächlich sind es nahezu ausschließlich Gröna Bandet Wanderer, die hier vorbei kommen. Als solche empfangen wir hier so große Unterstützung und Herzlichkeit, dass uns oft die Worte fehlen um auszudrücken, wie dankbar und glücklich wir sind.

Jede der vielen freundlichen Begegnungen hätte es verdient ausführlich geschildert zu werden und würde eine schöne Erzählung ergeben. Stattdessen wollen wir schlicht und einfach Danke sagen, „Ett stort tack!“, an all die herzlichen Menschen, denen wir begegnet sind:

    • Dahn vom Vandrarhem Valen in Valsjöbyn, der uns geholfen hat unsere Ausrüstung zu trocknen, zu reparieren und zu vervollständigen – und dank dem wir uns im Vandrarhem, das wir ganz für uns alleine hatten, sehr wohl gefühlt haben.
    • Die lieben Menschen vom kleinen Supermarkt in Valsjöbyn, die unser Essens- und Ausrüstungspaket für uns aufbewahrt haben und uns auf einen Kaffee in der gemütlichen Café-Ecke eingeladen haben. Dort ist ein Gästebuch aufgelegen, voll mit Einträgen von anderen Gröna Bandet-Wanderern – die sind für uns immer sehr nett zu lesen!
    • Die uns nicht persönlich bekannten ehrenamtlich Tätigen, die sich um die Ansätten-Rasthütte kümmern und uns Wanderern die Möglichkeit bieten, dort ein wärmendes Feuer zu machen und zu übernachten. Was für eine schöne Überraschung mitten im Wald!
    • Die wunderbaren Menschen aus Jännsmässholmen, bei denen wir uns so wohl gefühlt haben und die uns mit ihrer Großzügigkeit sprachlos gemacht haben. Wir wurden empfangen als wären wir gute, alte Freunde und haben uns in dem familären Ambiente des kleinen Fjällhotel wie zuhause gefühlt. Die vielen Kerzen, das Feuer im Kamin, die Aussicht auf die verschneite Landschaft, frisch gebackene Kanelbullar, ein elegantes Vorspeisenbuffet und vor allem die ungeheure menschliche Wärme haben uns richtig in Weihnachtsstimmung versetzt… Danke Anna, Erika und Thomas!
    • Stig von Oldens Bystuga, dessen Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit unter Gröna Bandet Wanderern schon nahezu legendär ist. Aus gutem Grund wurde er letztes Jahr zum Årets Fjällfararvän, also Bergwanderfreund des Jahres, gekürt. Er folgt uns Wanderern mit großem Interesse digital und freut sich besonders, wenn wir auch in Olden übernachten. Uns lädt er auf Kaffee und Brote ein und ist sehr um unser Wohlergehen bemüht. Ein echter „Trail Angel“.
    • Der freundliche Postler, der mit seinem Auto neben uns gehalten hat, uns mit einem Lächeln und der Frage „Gröna Bandet?“ begrüßt hat – und uns eine Zeitung zur Lektüre geschenkt hat.
    • Am 4. Oktober wird in Schweden Kanelbullar-Tag gefeiert, was diesen Tag zu einem besonderen Feiertag für unsere Expedition Kanelbullar macht. Leider waren wir an diesem Tag in endlosen Wäldern unterwegs, fernab von Bäckereien oder Geschäften. Dass wir mitten im Wald auf stärkenden Kaffee und hausgemachte Kanelbullar (sowie Drömtårta, eine andere schwedische Spezialität) eingeladen werden, hätten wir uns nie zu träumen gewagt! Danke, Karl-Erik, für diese großartige Einladung und danke für die spannenden Geschichten, die du uns erzählt hast!
    • Thomas, der uns beim Huså Hyttgården willkommen heißt, wo wir eine gemütliche Hütte für die Nacht gebucht hatten und überaus freundlich empfangen werden. Am nächsten Tag brechen wir gut gelaunt auf, von Thomas versorgt mit guten Tipps und einem großen Jausenpaket für den weiteren Weg.
Bei Kerzenschein und prasselndem Feuer ist es in der Ansätten-Hütte so richtig gemütlich

Auch wenn wir auf diesem Abschnitt viel auf eher unspektakulären Forststraßen und teils auch asphaltierten Straßen unterwegs waren, so gab es auch hier stellenweise großartige Wanderwegen. Vor allem der Weg rund um Ansätten, der durch märchenhaften Wald und entlang von einem großen Moor führt, hat es uns angetan. Die Umrundung des schneebedeckten Åreskutan war schließlich ein sehr schöner Abschluss bevor wir in die – in unseren Augen fast schon großstädtische! – Zivilisation des Wintersportorts Åre abgestiegen sind.

Wie geht’s weiter?
Von Åre geht es weiter nach Vålådalen und dann endlich wieder so richtig ins Gebirge! Wir freuen uns schon sehr das Jämtlandsfjäll, das wir diesen März auf Skiern durchquert habt, nun wandernd wieder zu sehen. Die Wetterprognose für die nächsten Tage sieht gut aus – deutliche Plusgrade, viel Sonnenschein – und so sehen wir den letzten etwa 200 Kilometern bis Grövelsjön recht entspannt entgegen. Dort wird unser „Gröna Bandet“ enden, unsere Wanderung aber noch für etwa zwei weitere Wochen bis Mora weitergehen.

4 Gedanken zu „Expedition Kanelbullar: Jämtländische Gastfreundschaft“

  1. Jetzt habt Ihr schon ganz schön viel Schnee rundherum und besonders auf den umgebenden Bergen!
    Hier haben wir wieder richtig warmes Wetter, kaum vorstellbar, dass Ihr in voller Wintermontur durch die Lande wandert.
    Die Bilder sind „trotz“ Schnee, von dem wir bei aller Freude am Schifahren noch nichts wissen wollen, wie immer sehr schön und eindrucksvoll. Alles Gute weiterhin!

    1. Bei uns weht gerade starker Südwind und bringt uns auch etwas vom warmen Wetter in Österreich 🙂 Immerhin 10 Grad auch auf 1000 m Höhe, der Schnee ist schon wieder fast zur Gänze geschmolzen und es fühlt sich eigenartig nach Frühling an! Aber der nächste Schnee kommt bestimmt bald… Bis dahin sind wir froh etwas leichter voran zu kommen!

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