Eis, Schnee und Kanelbullar – Unsere Ausrüstung

Während wir nach dem ersten Teil unseres Winterabenteuers in Umeå Pause gemacht haben, sind wir unsere Ausrüstung kritisch durchgegangen um unsere Pulka etwas leichter zu machen. Daraufhin haben wir ein 8 kg schweres Paket gepackt und zu Mimis Cousine nach Mora geschickt! Dabei haben wir auch die verbleibende Ausrüstung fotografiert  und wollen sie euch hier nun vorstellen. (Außerdem soll die Liste uns als Referenz für weitere Touren dienen.) Eingepackt ist unsere Ausrüstung in unserer Fjellpulken Pulka (Modell XCountry 118) und in einem 70 l Rucksack von Exped. Wir wechseln uns damit ab, wer die Pulka zieht und wer den Rucksack trägt, aber an den Tagen, an denen es viel bergauf geht, ist meistens Martin der Pulkazieher! Was in dieser Liste nicht vorkommt, ist das Essen, das wir mit dabei haben – davon erzählen wir euch vielleicht ein andermal.

Unsere Fortbewegungsmittel, die Ski

  • Åsnes Tourenski – das sind skandinavische Tourenski, etwas breiter als Langlaufski, aber mit Stahlkanten versehen, aber schmäler, länger und viel leichter als die Art von Tourenski, die man in den Alpen verwenden würde. Die Skischuhe können nur vorne in der Bindung fixiert werden.
  • Crispi Skischuhe – Lederschuhe, die ungefähr so steif sind wie feste Bergschuhe. Man kann damit auch gut gehen und wir haben jetzt im Winter nur diese Schuhe mit.
  • Gamaschen
  • Skistöcke
  • kurze und lange Felle
  • Wasserdichte „Innenschuhe“ – wenn man zeltet und die Schuhe über Nacht nicht in die Wärme einer Hütte bringen kann, ist es wichtig, dass diese nicht zu Eisblöcken gefrieren. Das heißt, dass die Schuhe untertags  nicht nass werden dürfen. Um das zu verhindern ziehen wir uns über die Socken diese selbstgenähten Plastiksocken an, in die wir dann hineinschwitzen. Fühlt sich nicht besonders toll an, funktioniert aber.

Warm und gemütlich schlafen

  • Zwei dicke Daunenschlafsäcke, zusammenzippbar. Halten uns bis ca. -12 Grad angenehm warm
  • Ein Doppelinnenschlafsack (im weißen Beutel rechts unten), dieser kommt als zweite Schicht zum Einsatz, wenn es noch kälter ist.
  • Seiden-Innenschlafsäcke, die wir auch in den Hütten verwenden
  • Eine gewöhnliche dicke Isomatte (ausgeborgt) und eine alu-beschichtete Thermarest Ridgerest (eigentlich haben wir zwei solche, das zweite Exemplar verteckt sich aber irgendwo in Österreich 😉 )
  • Zwei aufblasbare Isomatten von Thermarest
  • Ein Pumpsack für die Isomatten
  • Auf dem Bild nicht zu erkennen: zwei Gummibänder, mit denen die Isomatten zusammengehalten werden können, damit wir in der Nacht nicht auseinanderrutschen

Zelt und Sicherheit

  • Ein Kaitum 3 Zelt von Hilleberg, das wir zur Hochzeit geschenkt bekommen haben. Ein großartiges, stabiles, geräumiges Zelt mit super Belüftung – das ist im Winter fast das Wichtigste, damit sich im Zelt so wenig Kondenswasser wie möglich bildet. Das führt nämlich zu nassen und nach einiger Zeit gefrorenen Schlafsäcken…
  • Zeltstangen (im länglichen schwarzen Beutel)
  • 6 Winterheringe – zusätzlich verwenden wir unsere Ski und Stöcke zur Verankerung
  • Ein Spaten – zum Vergraben der Winterheringe, Schaufeln von einem Sitzplatz für die Mittagspause oder zum Graben von einem Bivak in einer Notsituation
  • Ein Windsack (im roten Beutel) – gedacht als Notbivak, für den Fall, dass es nicht möglich ist das Zelt aufzustellen. Eignet sich aber auch hervorragend für windige Pausen.
  • Ein Erste Hilfe-Kit
  • Ein Bivaksack für zwei Personen
  • Ein Spot GPS-Tracker, mit dem wir unsere Position bekanntgeben und einen Notruf absetzen können

Die äußere Schicht Kleidung…

Oben Martins, unten Mimis Kleidung (fast das Gleiche):

  • Wind- und wasserdichte Außenjacke
  • warme Innenjacke (Daunen bzw. Plastikzeugs)
  • Skihose ungefüttert, aber mit angerauter Innenseite
  • warme Mütze
  • dünne Mütze bzw. Sturmhaube
  • Schal
  • Buff
  • Mundschutz aus Fleece
  • dicke Daunenjacke (Mimis ist von Ida ausgeborgt)
  • Wasserdichte Handschuhe (Mimi bevorzugt Fäustlinge)
  • dünne Langlaufhandschuhe
  • warme Innenhandschuhe (Mimis sind aus einem verfilzten Pulli selbstgenäht)
  • ein Paar Reservehandschuhe

… und die innere Schicht Kleidung

Wieder Martins Kleidung oben, Mimis unten:

  • Kuschelige Hose für Hütten- bzw. Zeltabende
  • Skiunterwäsche in unterschiedlicher Dicke, teilweise aus Merino (Martin: 3 Tops, 3 Hosen; Mimi: 5 Tops, 3 Hosen) – tragen wir tagsüber und auch zum Schlafen
  • Martin: ein dünner Kapuzenpulli
  • Mimi: 2 Sport-BHs
  • je 5 Unterhosen
  • 4 bzw. 5 Paar Skisocken
  • je ein Paar Wollsocken für abends

Essen und Trinken

  • Ein Primus Multifuel Kocher, an den man verschiedenste Brennstoffe anschließen kann – Gas, Spiritus, Benzin… Auch ein Hochzeitsgeschenk und diesmal zum ersten Mal so richtig im Einsatz. Normalerweise verwenden wir Gaskartuschen, diese funktionieren bei Minusgraden aber nur sehr schlecht. Da ist dieser Kocher mit flüssigem Brennstoff ideal, auch wenn er nicht ganz so einfach zu handhaben ist (Zuerst muss gepumpt werden, um in der Flasche genug Druck zu erzeugen, dann wird etwas Flüssigkeit in den Kocher gelassen, diese angezündet, was eine Stichflamme erzeugt. Dies dient dem Vorheizen des Kochsystems, der weitere Brennstoff kommt dann in Gasform. Dann kann mit dem Kochen begonnen werden).
  • Primus Power Fuel
  • Windschutz und „Unterstellplatte“ für den Kocher
  • Streichhölzer, Feuerzeug, und Feuerstahl
  • Kochtopf mit Deckel, Volumen ca. 1 l
  • Griff
  • Messbecher 1 dl, Schöpfbecher (zum Beispiel für Schnee)
  • Gewürze, Gemüssensuppenpulver, Salz
  • Mora-Messer, ein Geschenk von Mimis Cousine Ida, begleitet uns jetzt schon seit vielen Jahren
  • 2 Metalllöffel
  • Plastikessgeschirr – verwenden wir eigentlich nur für den Frühstücksbrei, alles andere essen wir direkt aus dem Topf oder dem Thermosbehälter
  • Schneidbrett inklusive Nudelsieb 🙂
  • Geschirrbürste und -schwamm (nicht im Bild: Geschirrspülmittel, wir verwenden dieselbe flüssige Bio-Seife für die Körperpflege und fürs Geschirrwaschen)
  • Teelichter für extra Gemütlichkeit im Zelt (wir zünden sie natürlich nicht im Zelt, sondern nur im Vorzelt an ;-))
  • 2 Thermosflaschen (1 l und 0,75 l)
  • 2 Nalgene Trinkflaschen (je 1 l), eine Fahrradtrinkflasche (0,5 l)
  • Hüllen für die Trinkflaschen aus einer alten Isomatte gebastelt (ausgeborgt)
  • Food Thermos von Esbit (0,5l) – dieses Ding ist wirklich praktisch und kommt fast jede Mittagspause zum Einsatz. Wir bereiten entweder schon in der Früh das Essen fertig vor (zB Suppen mit Nudeln, Couscous mit Tomaten und Salami, Erdäpelpurée mit Speck) oder füllen nur die trockenen Zutaten ein und gießen dann zu Mittag heißes Wasser dazu.  Es tut wirklich gut auch untertags etwas Warmes zu essen!

Hygiene und Gesundheit

  • Flipflops für Saunabesuche oder um den Füßen abends in der Hütte etwas Frischluft zu gönnen 😉
  • Klopapier,  Feuchttücher (die natürlich frieren, wenn man sie nicht warm verstaut!) und ein Feuerzeug um das Klopapier nach Verwendung anzünden zu können – im Schnee verrottet das nämlich nicht
  • Alpin-Sonnencreme
  • Kälteschutzcreme
  • Universal Bio-Flüssigseife von Dr. Bronner
  • Aloe Vera-Salbe bei leichten Verbrennungen, Sonnenbrand, Juckreiz
  • Menstruationsbecher
  • Wasseraufbereitungstabletten mit Chlor (werden wir ziemlich sicher nicht verwenden müssen)
  • Medikamente: Kohletabletten, Halswehtabletten Strepsils, Magnosolv Magnesiumpulver, Electrolyte im Erste Hilfe-Kit, Kupfersalbe für kalte Füße, Antibiotikum, Mexalen, Ibuprofen
  • Lippenpflegestift
  • Vaseline
  • Isostar bzw. Vitamin-Brausetabletten
  • Linsenpflegemittel und Aubewahrung
  • Augentropfen
  • Universalschere
  • Zahnbürsten
  • Zahnpasta
  • Zahnseide
  • Taschentücher
  • Brillen und -etuis
  • Ohrenputzstäbchen
  • Nagelzwicker und -feile
  • Kamm
  • Traubenzucker

Orientierung und Unterhaltung

  • Wanderkarten im Maßstab 1:75000
  • Wasserdichte Kartenhülle
  • Kompass
  • Digitaluhr
  • Thermometer
  • 2 Stirnlampen (Mimis fehlt auf diesem Foto)
  • Reisepässe
  • Tagebuch
  • Notizbuch
  • Expedition Kanelbullar-Visitenkarten
  • reduzierte Geldbörsl
  • Stifte
  • Wasserdichte Packsäcke für Elektroniksachen
  • Dokumentenmappe
  • Mimis Smartphone (zur Kommunikation mit unseren Familien via Viber, Internetrecherchen etc.)
  • Martins neues altmodisches Nokia Handy (zum Telefonieren und Versenden von SMS, Akkulaufzeit 600 h)
  • 2 MP3-Player
  • 2 Tolino E-Reader mit vielen Büchern drauf
  • USB-Ladegerät und diverse Ladekabel
  • Panasonic Lumix DMC-FZ1000 Camera
  • Reserveakkus für die Camera und Ladegerät
  • Powerbank
  • Ipad (um Blogartikel verfassen und um unterwegs Carcassonne spielen zu können ;-))
  • Bluetooth-Tastatur für schnelleres Tippen am Ipad
  • USB Sticks mit wichtigen Dokumenten und Dateien

Sonstiges

  • Spezialkleber zum Abdichten von Nähten und für kleinere Reparaturen an Zelt oder Bekleidung
  • Reparaturkit für die Unterlagsmatten
  • Kabelbinder für diverse provisorische Reparaturen
  • kleines Nähset
  • Duct Tape für diverse Reparaturen
  • diverse Fetzen (vor allem um Kondenswasser im Zelt wegzuwischen, bevor es gefriert)
  • 2 schnelltrocknende Handtücher
  • 2 Waschlappen
  • 2 Stirnlampen
  • 2 Skibrillen
  • 2 Sonnenbrillen
  • Mimi: Daunensocken fürs Zelt – waren ein tolles Weihnachtsgeschenk, sehr kuschelig und wärmend
  • Martin: Patschen, von Mimi aus Lammfellresten genäht
  • Plastiküberschuhe (in gelb und grün, oben rechts), von Mimi selber genäht – diese ziehen wir an, wenn wir kurz aus dem Zelt rausmüssen, aber keine Lust haben die kalten Skischuhe anzuziehen, sondern lieber in den warmen Patschen bleiben wollen. In den Plasticksackerln stecken auch noch Sohlen, die wir aus einer alten Isomatte ausgeschnitten haben.
  • Laktrasetabletten (leider steckt in vielen Fertiggerichten Milchpulver drinnen, das Mimis Verdauung nicht zusagt)

Falls ihr Fragen zu einzelnen Ausrüstungsgegenständen habt, nur her damit!

 


Übersicht Serie „Eis, Schnee und Kanelbullar“:
[ Die ersten zwei Wochen | Kungsleden 1 | Kungsleden 2 | Kungsleden 3 | Kungsleden 4 | Kungsleden 5 | Kungsleden 6 | Zusammenfassung | Proviant | Ausrüstung ]

8 Gedanken zu „Eis, Schnee und Kanelbullar – Unsere Ausrüstung“

  1. Eure beiden letzten Blogs sind ja wunderbar! Zuerst der eine mit den wunderbaren Naturaufnahmen, sodass einem fast die Sehnsucht überkommt, auch babei zu sein und jetzt der, der erklärt wie viel Logistik und Planung hinter einem solchen Vorhaben steckt. Auch sprachlich sind eure Beiträge wunderbar; vielleicht schreibt ihr nachher ein Buch über euer Abenteuerjahr!? Weiterhin alles Gute
    Papa, Gerhard

    1. Hallo Papa! Danke für dein Lob, wir freuen uns sehr darüber! Die Buchidee schwirrt noch in unseren Köpfen herum… Wir sammeln auf jeden Fall schon gedanklich Themen!

  2. Auch ich bin ganz begeistert von euren Blogs und kann mich den Worten eures Vaters nur anschließen. Vor allem die genaue Planung der mitgeführten Ausrüstung nötigt mir gehörigen Respekt ab. Ich sehe, ihr habt schon einige Erfahrung gesammelt, was mitzunehmen ist und was nur Ballast ist. Hilfreich sind sicherlich für euch auch die digitale Hilfsmittel wie MP3 Player, Handy und E-Reader, denn ein paar Bücher mitzuschleppen wäre unmöglich.
    Ihr habt alle Gegenstände so schön fotografiert und beschrieben, dass ich mir vorgenommen habe, bei der nächsten Reise wenigstens mein Urlaubsgepäck auf das Notwendigste zu beschränken. Habe einige Tipps von euch bekommen.
    Wünsche euch weiterhin eine gute Reise und freue mich auf den nächsten Blog
    Christine

    1. Hallo liebe Christine! Danke für deinen netten Kommentar! Wir freuen uns sehr, wenn wir dich zu etwas Minimalismus beim Reisegepäck inspirieren können 😉 wir sind beim Wandern auch immer wieder überrascht mit wie wenig man eigentlich auskommt (jetzt im Winter brauchen wir doch etwas mehr an spezieller Ausrüstung…). Diese Erkenntnis aber auch in den Alltag mitzunehmen, ist gar nicht so einfach!

  3. Hallo ihr beiden 🙂

    Dankeschön für eure ausführlichen Blogposts! Eure Beschreibungen lassen uns Daheimgebliebenen (gefühlt) hautnah an euren Erlebnissen teilhaben. Im ersten Post fand ich die Beschreibungen über die Kälte besonders spannend. Die detaillierte Auflistung der Gegenstände, die ihr bei euch habt, lässt Inspiration zu, für all diejenigen, die das auch einmal erleben wollen 😛
    Zusammengefasst: bitte lasst uns weiterhin durch Posts an eurem Abenteuer teilhaben! Es ist eine Freude dies zu lesen 🙂
    Passt gut auf euch auf und genießt euer Abenteuer weiterhin 🙂

    1. Hallo Anna! Schön von dir zu hören! Das Schreiben und Revue passieren vom bisher Erlebten macht uns Spaß, es folgen also auf jeden Fall noch weitere Berichte! 🙂 Wir sind mit dem Erledigen eurer Todos übrigens schon ganz gut unterwegs… Super Geschenk von euch!

  4. Und das alles müsst ihr tragen bzw. ziehen!
    Ogottogott.
    Die Ringelblumensalbe für die Fersenblasen ist mir abgegangen, aber vielleicht braucht ihr die gar nicht.

    1. Tatsächlich haben wir zum Glück fast nie Blasen… Aber Blasenpflaster haben wir im Erste Hilfe Kit sicherheitshalber schon dabei!

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