Microadventures: Kleine Abenteuer für zwischendurch

Abenteuer… da denkt man an große und lange Expeditionen, intensive Vorbereitungen, Entbehrungen und vielleicht Gefahren. Aber kann man nicht auch kleine Abenteuer in den normalen Alltag integrieren? Kann man die Zivilisation hinter sich lassen, Natur erleben und sich frei fühlen, auch wenn man nur wenig Zeit zur Verfügung hat? Ja, das kann man! Genau das ist die Idee von Microadventures, kleinen Abenteuern für zwischendurch direkt vor der Haustür. Diese Bezeichnung hat der englische Abenteurer und Autor Alastair Humphreys kreiert und uns damit sehr inspiriert. Anstatt zu beschreiben was genau ein Microadventure ist, berichten wir über ein eigenes 18-Stunden-Abenteuer (Samstag Abend bis Sonntag Mittag).

Ein gemütlicher Platz für Samstag Nacht

An einem der letzten Wochenenden hatten wir einiges zu erledigen (Frühjahrsputz :-p ), aber trotzdem große Lust etwas draußen zu unternehmen. Auch der Wetterbericht war nicht besonders vielversprechend, also war ein kleines Microadventure ein guter Kompromiss. Unsere Idee war daher simpel: wir radeln am Abend zu einem netten Platz im Grünen, zelten dort und fahren am nächsten Morgen zurück. Samstag Abend haben wir also schnell unsere Packtaschen gepackt, auf die Räder geschnallt und schon geht es los. Es ist ein gutes Gefühl unterwegs zu sein, mit allem im Gepäck was wir brauchen und eine Nacht in der Natur vor uns.

Clifton Hampden in der Dämmerung, ein ruhiges Idyll

Unser Ziel sind  die Wittenham Clumps, zwei markante Hügel in der Nähe der Themse, etwa 20 Radkilometer von Oxford entfernt. Die Clumps hatten wir schon bei unserer letzten Fahrradfahrt entdeckt und uns gleich gedacht, dass es toll sein muss dort zu zelten und der Sonne beim Untergehen zuzusehen. Eine Informationstafel  beim Besucherparkplatz lässt uns wissen, dass wir nicht ganz die ersten waren, die die Idee hatten hier zu nächtigen – tatsächlich haben auf den Hügeln schon in der Bronzezeit Menschen gelebt und geschlafen. Während wir diese Tafel studieren,  spricht uns ein freundlicher Mann an, der sich erkundigt, ob wir hier campieren wollen. Wir bejahen etwas zögerlich, woraufhin er uns Tipps für die beste Übernachtungsstelle gibt, sodass wir nicht von frühmorgendlichen Spaziergängern gestört werden. Wieder einmal sind wir überrascht von der freundlichen und zuvorkommenden Art der Engländer!

Wir bauen also unser Zelt auf, essen mitgebrachten Erdäpfelsalat und faschierte Laibchen und genießen den Sonnenuntergang. Im Zelt machen wir es uns gemütlich und schauen uns vor dem Schlafengehen noch einen Film an – Karun berichtet von zwei planlosen Briten auf einem  Macro-Adventure im Iran (etwas absurd einen Film im Zelt anzusehen, aber warum eigentlich nicht?). Wir schlafen herrlich.

Der nächste Tag beginnt mit Schneeregen, aber kaum dass wir losgeradelt sind, bricht die Sonne hervor. Es folgt eine wunderschöne, sommerlich warme, entspannte Radfahrt entlang der Themse zurück nach Oxford.

Zuhause angekommen sind wir ganz begeistert, wie viele Eindrücke wir in den letzten Stunden gesammelt haben und wie leicht es war einen Hauch von Abenteuer zu erleben.


Wer mehr über Microadventures erfahren möchte, dem empfehlen wir als Einführung das folgende Video von Alastair Humphreys.

Weitere Ideen für Microadventures:

  • den höchsten Punkt der Umgebung ausfindig machen und dort übernachten
  • einem nahe gelegenen Fluss bis zur Quelle folgen
  • eine Himmelsrichtung auswählen und losgehen – wenn es dunkel wird, campieren

4 Gedanken zu „Microadventures: Kleine Abenteuer für zwischendurch“

  1. Vielen Dank für das Aufgreifen dieses interessanten Themas! Es stimmt, viel zu oft lässt man von einem Vorhaben ab, weil zu viel Planung nötig wäre. Dabei vergisst man schnell, dass das nächste Abenteuer schon hinter dem eigenen Gartenzaun auf einen wartet.

    In Zukunft werde ich den Microadventures mehr Beachtung schenken 🙂

    Beste Grüße
    Jannik

    1. Hallo! Freut mich, dass dir unser Beitrag und die Microadventure-Idee gefallen! Uns hat diese Idee auf jeden Fall inspiriert, öfter in der (nahen) Natur zu übernachten. LG, Martin

      PS: Ich werd mir mal auch deinen Blog ansehen – klingt sehr interessant!

  2. Das war wieder ein erfrischender Bericht …. Die Schnecke hat Euch den Platz auf der Isomatte streitig gemacht, oder irre ich mich? Jedenfalls bewundere ich Eure Abenteuerlust! Bin schon neugierig auf die nächste Geschichte.

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