Essen auf Abenteuern: ein Rezeptvorschlag mit Linsen und Cashews

Als wir uns letzten Sommer auf unsere zehn-wöchige Tour von Oslo nach Wien  vorbereitet haben, ging es vor allem um zwei Dinge: Die Route und unsere Verpflegung. Meine Aufgabe war die Planung unseres Essens für unterwegs. 

Für einige längere Strecken unserer Tour wollten wir praktisch alles an Essen mit dabei haben und nur ab und zu etwas einkaufen, wenn ein Supermarkt am Weg liegt. Da gilt es also Einiges vorzubereiten! Von früheren Wanderungen hatten wir schon etwas Erfahrung bezüglich energiereichem Frühstücksbrei gesammelt, den man zuhause vorbereitet und unterwegs dann nur mit heißem Wasser zubereitet. Auch hatten wir schon diverse Fertiggerichte ausprobiert.

55a4cb5717a005.02827823.undefined
So hat es nach einem Großeinkauf in unserer Wiener Küche ausgesehen…

Diesmal kam aber noch eine zusätzliche Herausforderung dazu: unser Unterwegs-Essen sollte nicht nur gut am Gaskocher zuzubereiten sein, sättigen und geschmacklich überzeugen, es sollte auch lange haltbar, abwechslungsreich, leicht (keine „nassen“ Zutaten!) und möglichst gesund sein (keine Geschmacksverstärker, kein unnötiges Milchpulver…). Also habe ich mich daran gemacht trockenes Tour-Fertigessen selber herzustellen, damit wir uns nicht ausschließlich von Packerlnudeln ernähren müssen.

Bei der Planung war ein etwas ungewöhnliches Kochbuch, das wir in Schweden entdeckt hatten, äußerst hilfreich. Es nennt sich Fjällmat, was so viel wie „Gebirgsessen“ oder eher „Wanderessen“ bedeutet. Der Autor Eric Tornblad ist selbst begeisterter Wanderer und hat im Laufe der Jahre viele Rezepte selbst entwickelt, die ihm unterwegs sowohl Energie spenden als auch kulinarischen Genuss bieten. Mein persönlicher Höhepunkt unter den Rezepten, die eher unter die Kategorie „Genuss“ als „Energiespender“ fallen, ist ein Rezept für Kanelbullar (Zimtschnecken) am Gaskocher! Sobald wir das ausprobiert haben, berichten wir auf jeden Fall davon.

P1010845
Eric hat nicht nur ein Buch darüber verfasst, wie man sich sein eigenes Essen für unterwegs vorbereiten kann, sondern auch darüber wie man Lebensmittel – Beeren, Früchte, Gemüse, Fleisch, Fisch und sogar Eier – zuhause trocknen kann. Das ist der nächste Schritt!

Das Buch ist wirklich praktisch –  die Rezepte sind nach Zubereitsungsdauer geordnet und immer mit Kalorien- und Gewichtsangaben versehen – und sehr ansprechend gestaltet, nur leider gibt es das Buch (zumindest bisher) nur auf Schwedisch.

Wir zeigen euch hier ein Rezept daraus,  das sich bei unserer Tourvorbereitung als echter Glücksgriff herausgestellt hat und uns auch nach mehrmaligem Essen noch immer begeistert hat: „Linsgryta“ – Linseneintopf. Ausprobiert hatten wir  vor der Tour die wenigsten Rezepte, auch hier  haben wir uns einfach unterwegs überraschen lassen. Bei einem Reisgericht mit Erdnüssen waren wir etwas weniger erfolgreich. Dafür hatten wir offenbar nicht die richtige Art von Fertigreis verwendet und der Reis hatte schon zu schimmeln begonnen, als wir ihn zubereiten wollten… Aber das ist eine andere Geschichte!  😉 Vor kurzem haben wir den Linseneintopf auf unserer ersten zwei-tägigen Wanderung in England noch einmal gekocht – und wir sind nach wie vor sehr begeistert!

Abendessen ist fertig
Abendessen ist fertig! Schmeckt ausgezeichnet nach einer langen Wanderung.

Zutaten für 2 Portionen:

2 dl gelbe oder rote Linsen
1/2 dl getrocknete Tomaten, kleingeschnitten
1/2 Gemüsesuppenwürfel

2 dl Cashewkerne
2 Knoblauchzehen oder 2 TL (=2*5 ml) Knoblauchpulver
2 TL gemahlener Koriander
(eventuell 1 TL durch ganze Koriandersamen erstzen)

etwas Öl zum Anbraten
5 dl Wasser zum Kochen

Linsen sind als Wandernahrung toll, weil sie einen hohen Anteil an Proteinen und Kohlehydraten aufweisen. Für eine Zubereitung unterwegs eignen sich am Besten rote oder gelbe Linsen, weil diese nicht so lange gekocht werden müssen. Bei diesem Rezept geben die Cashewkerne mit ihren vielen ungesättigten Fettsäuren und Mineralstoffen (insbesondere Magnesium) zusätzliche Energie. Eine Portion hat etwa 800 kcal.

Die Vor- und Zubereitung ist denkbar einfach: Zuhause die Zutaten für den Eintopf und die Zutaten für die Gewürz-Cashews getrennt und luftdicht verpacken.

Wenn du die Kochzeit verkürzen und somit Brennstoff sparen willst, weichst du die Linsen zumindest eine Stunde bevor du mit dem Kochen beginnen willst schon in der Hälfte des Wassers ein (2,5 dl). Wenn du eine Wasserflasche hast, die sich gut ausspülen lässt, kannst du das auch schon unterwegs machen.

Dann geht es los:  die Kerne mit den Gewürzen und Knoblauchpulver oder fein gehacktem Knoblauch im Öl anbraten bis sie Farbe bekommen.  Dann die Kerne herausnehmen (Achtung, heißes Öl ist sehr heiß und bringt durchaus Plastiklöffel oder -Essgeschirr zum Schmelzen!). Es stört nicht, wenn noch etwas Öl und Koriander im Kochtopf bleibt. Die Linsenmischung zusammen mit dem restlichen Wasser (oder mit dem ganzen Wasser, wenn du sie vorher noch nicht eingeweicht hast) in den Topf geben, aufkochen und so lange kochen lassen bis die Linsen weich und der Eintopf die richtige Konsistenz hat. Dabei immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Ohne Einweichen dauert das etwa 10 Minuten. Zusammen mit den Cashewkernen essen – smaklig måltid!

Was kocht ihr so unterwegs? Habt ihr erprobte Rezepte?

4 Gedanken zu „Essen auf Abenteuern: ein Rezeptvorschlag mit Linsen und Cashews“

  1. Liebe Mimi, lieber Martin,
    Schmatz! Das klingt so gut und ist sogar vegan. Muss es zu Hause probieren. Wir haben einen Früchtetrockner / Dörrgerät. Bis jetzt habe ich es nur für Beeren benützt, aber vielleicht funktioniert es auch mit Tomaten? Die Bücher schauen auch toll aus. Passt gut auf euch auf!
    Liebe Grüße,
    Diana

    1. Liebe Diana,
      es freut mich, dass dir das Linsenrezept gefällt. Dass es vegan ist, hatten wir gar nicht bedacht. Aber da wir in letzter Zeit öfter vegetarisch und laktosefrei kochen, gibt es immer wieder Veganes bei uns 🙂
      Zum Trocknen von Tomaten sagt das schlaue Buch „Torka mat“ Folgendes: am Besten geeignet sind „plum tomatoes“, diese der Länge nach durchschneiden und mit der Haut nach unten auflegen, bei 50 Grad trocknen, Trockenzeit etwa 13 Stunden (Tomaten können auch nur „halbgetrocknet“ werden, dann bleiben sie weicher, müssen aber im Kühlschrank aufbewahrt werden). Ich hoffe das hilft weiter!
      Viel Spaß beim Kochen,
      Mimi

  2. Hallo Ihr Zwei!
    Vegan oder nicht vegan, damit hab‘ ich es nicht so, aber ich vermisse Eure Wochenendberichte!!! Ihr werdet doch nicht faul zuhause rumgesessen sein, das kann ich mir gar nicht vorstellen?
    Bitte schreibt bald wieder einen spannenden Bericht, wir lechzen danach!

    1. Du wirst es nicht glauben, aber letzten Samstag sind wir tatsächlich faul bei Martins Familie im Garten gesessen und haben einfach nur die Sonne genossen! 🙂 Abgesehen davon gäbe es schon auch wieder Berichtenswertes, aber das Zusammensuchen der Fotos und Blogpost-Verfassen dauert dann immer erstaunlich lange… Also bitte noch etwas Geduld mit uns! 😉 Mimi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.